Intelligentes Design
Wir alle lieben intelligentes Design. Formschöne MP3-Spieler, einfach bedienbare Waschmaschinen, ergonomische Kochlöffel, ausgefallene Beleuchtungssysteme - Halt, von dieser Art von intelligentem Design ist hier leider nicht die Rede. Vielmehr geht es um einen pseudoreligösen Angriff auf die Evolutionstheorie. Die Debatte fand letztes Jahr in den USA statt, und ich würde dieses Thema gar nicht mehr aufgreifen, wären nicht vor wenigen Tagen erschreckende Neuigkeiten bekannt geworden: Auch mehr als die Hälte der Briten sind nicht von der Evolutionstheorie überzeugt, 40% sind der Meinung, Kreationismus oder Intelligentes Design (ID) sollten an den Schulen gelehrt werden.
Im Gegensatz zur Evolutionstheorie gehen die Verfechter von ID davon aus, dass die Entwicklung des Lebens auf der Erde von aussen - sei es eine göttliche Instanz oder hochentwickelte Ausserirdische - beeinflusst worden sind.
Damit ignorieren Sie nicht nur die Erkenntnisse der Naturforscher, die diese in den letzten paar Jahrhunderten zusammen getragen haben, sondern werfen auch gut 100 Jahre Wissenschaftstheorie über den Haufen. Ein religiöser Glauben (und um nichts anderes handelt es sich dabei) ist nun einmal nicht das gleiche wie eine wissenschaftliche Theorie.
Man stelle sich das nur mal bildlich vor: Im Biologieunterricht erklärt der Lehrer Genetik und das Prinzip von Mutation und Selektion um schliesslich mit den Worten zu schliessen: "Aber vielleicht hat auch der liebe Gott ein wenig herumgebastelt oder es waren die grünen Männchen aus den fliegenden Untertassen." Absurd, nicht? Aber es wäre den Verfechtern von ID noch zu wenig, denn sie wollen ihre "Theorie" gleichwertig mit der Evolutionstheorie unterrichtet sehen.
Die Wissenschaft, wie sie heute betrieben wird, hat zwar nicht auf alle Fragen die perfekte Antwort, aber sie ist dennoch das beste System zur Erkenntnisgewinnung, was wir zu bieten haben. Es sei denn, man ist der Ansicht, dass sich Naturgesetze durch einen Mehrheitsbeschluss festlegen lassen.


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